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EU-Zigaretten

Seit Ende 2001 gibt es für Raucher die Möglichkeit viel Geld zu sparen, wenn sie die Zigaretten Online, per Versand, im europäischen Ausland kaufen. Aufgrund der unterschiedlichen Steuersätze in Europa sind hierbei Einsparungen von 20 % möglich.

Bis zu 800 Zigaretten monatlich darf jedermann, ohne weitere Steuerabgaben, frei innerhalb der EU einkaufen.

Seit Ende 2001 müssen Sie die Zigaretten jedoch nicht mehr selber einführen, sondern können die Zigaretten sich auch zusenden lassen. Alles ganz legal.( nachzulesen unter Gesetze, ganz unten auf der dortigen Seite.)

Schnell haben sich daraufhin zahlreiche Onlineversender auf das neue Geschäftsfeld gestürzt.

Nur : Dies gilt nur für den Versand einer Privatperson an eine andere Privatperson und nicht für gewerbliche Versender !!! Nachzulesen unter : Zollinformationen.

Leider haben sich auch Betrüger daran gemacht nunmehr die sparsamen Verbraucher abzuzocken.

Es häufen sich die Beschwerden über Onlinekäufe mit Vorkasse wo die Lieferung ausbleibt !

Der gewerbliche Versand ist nicht steuerfrei (s.o.), entsprechende Werbeaussagen der Versender sind falsch !!

Vermeiden Sie Vorauszahlungen beim Onlinekauf bis Sie sicher sind, dass ihr Onlinehändler seriös arbeitet !!! Als Alternative bietet sich ein Lastschriftverfahren an. Erfolgt dann keine Lieferung können sie innerhalb von 6 Wochen bei ihrer Bank die Abbuchung stornieren lassen.

Rechnen Sie immer damit bei der Abholung evtl. die Tabaksteuern nachzuzahlen wenn der Absender ein gewerblicher Händler war ! Die falsche Angabe als Privatabsender kann als Steuerstraftat verfolgt werden. Sollten Sie eine Abholaufforderung vom Zollamt erhalten, haben Sie Glück gehabt, Ihr Versender hat wirklich Zigaretten geschickt. Leider steht jetzt aber wohl die Tabaksteuer zum Bezahlen an. Mit Fahrtkosten, Zeitaufwand, Portokosten, Steuern und Kaufpreis noch ein gutes Geschäft ?

Hintergrundinfo, Zitat aus der Zollseite :

Der Versand von Zigaretten aus anderen Mitgliedstaaten der EU ist, sofern es sich um ein Verbringen zu gewerblichen Zwecken (Versandhandel) handelt, steuerpflichtig.

Zigaretten, die sich eine Privatperson von einem Händler aus einem anderen Mitgliedstaat schicken lässt, unterliegen den Bestimmungen über den gewerblichen Versandhandel, da derjenige, der die Zigaretten versendet oder den Versand durch andere durchführen lässt, ein Gewerbetreibender ist. Die Zigaretten dienen aus Sicht dieses Versenders gewerblichen Zwecken. Es ist dabei nicht entscheidend, dass der Empfänger eine Privatperson ist. Diese Zigaretten müssen in Deutschland versteuert werden. Steuerschuldner der Tabaksteuer sind der Versender und der Empfänger gemeinsam.

Das Verbringen von Zigaretten aus einem anderen Mitgliedstaat nach Deutschland ist nur dann steuerfrei, wenn die Zigaretten zu privaten Zwecken versandt werden, d.h. eine Privatperson schickt einer anderen Privatperson diese Zigaretten z.B. als Geschenk. Derjenige, der die Zigaretten versendet, muss dabei eine Privatperson sein.

Der derzeit im Internet oder anderen Medien angebotene gewerbliche Versand von Zigaretten aus anderen Mitgliedstaaten an private Empfänger im Inland ist nicht steuerfrei. Eine anders lautende Werbung solcher Anbieter ist falsch.

Der gewerbliche Versand von Zigaretten aus anderen Mitgliedstaaten an private Empfänger im Inland unter Benutzung von privaten Absenderadressen stellt eine Steuerstraftat dar und wird als solche verfolgt.

Quelle(Link): http://www.zoll-d.de/f0_veroeffentlichungen/a0_pressemitteilungen/b0_pressemitteilungen_2001/z92_zi garetten/

Auch die Verbraucherschutzorganisationen haben das Problem mit der EU-Zigarettenabzocke erkannt und warnen auf ihren Seiten. Zitat aus einer Seite der Verbraucherzentrale NRW (Auszug) :

“.....Da liegt es nahe, dass Lockrufe via Internet den Nikotinsüchtigen die iberischen Billigzigaretten schmackhaft machen wollen. Tanja Pilz (Name geändert) ging darauf ein und bestellte per Kreditkarte bei „www.euro-tabacco.com" vier Stangen Marlboro zu je 19,50 Euro. Drei Monate nach der Bezahlung hielt Tanja Pilz das Paket tatsächlich in Händen - samt einer weiteren Rechnung vom Zoll über 97,44 Euro für nachzuentrichtende Tabaksteuer. Was die Internetkundin nicht wusste: Die Billigware stammte von den Kanaren, die steuerrechtlich nicht zur EU zählen. Immerhin wurde ihre Lieferung nicht, wie üblich, vom Zoll konfisziert.

Noch heißer sind die Tipps bei „www.zigaretten-paradies.de.vu": „Erleben Sie das Gefühl, jeden Tag Zigaretten zu rauchen, die Sie nichts kosten." Für eine jährliche „Mitgliedsgebühr von 50 Euro " versucht die Internetseite, einen gigantischen Glimmstängel-Schneeball ins Rollen zu bringen. Ziel nämlich ist es, weitere Freunde und Bekannte als Mitglieder anzuheuern, die ihrerseits massenhaft Leute für die wundersame Zigaretten-Vermehrung rekrutieren müssen. Für jeden Neugeworbenen und dessen Abkömmlinge gebe es Punkte, die schließlich in Form von Zigaretten ausbezahlt würden. Auf diese Art wird das Zigaretten-Paradies schnell zur Anwerbe-Hölle, in der die Teufelchen via Internet die Mitglieder abkochen. ...........”

Den ganzen Artikel können Sie hier nachlesen : http://www.vz-nrw.de/UNIQ1062000141282062838/SES71933700/www.vz-nrw.de//doc5799A.html

Tabaksteuergesetz und Verordnung

-ohne Gewähr -, relevante Auszüge zum Thema

§ 19 Verbringen von Tabakwaren des freien Verkehrs anderer Mitgliedsstaaten in das Steuergebiet, Versandhandel

Werden Tabakwaren unzulässigerweise entgegen § 12 Abs. 1 aus dem freien Verkehr anderer Mitgliedstaaten zu gewerblichen Zwecken in das Steuergebiet verbracht oder versandt, entsteht die Steuer mit dem Verbringen oder Versenden in das Steuergebiet. Steuerschuldner ist, wer verbringt oder versendet und der Empfänger, sobald er Besitz an den Tabakwaren erlangt hat. Der Steuerschuldner hat über Tabakwaren, für die die Steuer entstanden ist, unverzüglich eine Steuererklärung abzugeben. Die Steuer ist sofort zu entrichten. Die Tabakwaren sind nach § 215 Abgabenordnung sicherzustellen.

§ 20 Verbringen zu privaten Zwecken (Tabaksteuergesetz)

(1) Tabakwaren, die sich in einem anderen Mitgliedstaat im freien Verkehr befinden und für private Zwecke in das Steuergebiet verbracht werden, sind steuerfrei.

§ 22b Verbringen durch Privatpersonen (Durchführungsverordnung zum Tabaksteuergesetz)

Verbringen Privatpersonen nach § 20 des Gesetzes persönlich mehr als 800 Zigaretten, 200 Zigarren, 400 Zigarillos oder 1 Kilogramm Rauchtabak in das Steuergebiet, wird widerleglich vermutet, daß die Tabakwaren zu gewerblichen Zwecke verbracht wurden (§ 19 des Gesetzes).

Eine Leserin dieser Seite schrieb :

Hallo, ich habe ihren Bericht zu den Online-Zigartten gelesen und muss leider bestätigen, dass ich auch auf eine betrügerische Website mit Vorkasse reingefallen bin. Die Seite www.smoking24.com gibt es inzwischen nicht mehr. Die Fa. Red-point-tobacco aus Mallorca gab es wohl auch nie. Das Geld habe ich an KBxxxxxxxxxxxxxxicklung in Frankfurt/Main überwiesen, die sogar im Telefonbuch aufgeführt sind mit Adresse und Konto bei der Commerzbank. Vielleicht können Sie die Namen ja mal nennen, damit nicht noch andere darauf reinfallen.Wenn Sie einen Beweis brauchen, kann ich Ihnen gerne die Rechnung für Zigaretten und Transportkosten zufaxen. Viele Grüsse Birgit K.. ( Anmerk. der Redaktion: deutschen Firmennamen gexxxxxxit, vollständiger Name liegt vor).

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