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Vorsicht für Verkaufsagenten
Vorsicht für gefälschten Zertifikaten und Idenditäten
Achtung beim Verkauf von Autos über Ebay!

Vorsicht für Verkaufsagenten

28.10.2010

Als Verkäufer habe ich wenig Zeit und vielleicht auch keine Lust, mich mit Ebay auseinanderzusetzen. Ein Verkaufsagent kommt da wie gerufen! Ich bringe meine Sachen vorbei und überlasse ihm dabei die ganze Arbeit: Bilder machen, Auktionstext schreiben, Ebay beherrschen und hinterher das Geld des Kunden einkassieren und die Ware versenden. Dafür zahle ich eine gewisse erfolgsabhänge Provision und kann mich ansonsten entspannt zurücklehnen.

Dieses System haben natürlich auch Kriminelle für sich entdeckt. Mittels Stellenanzeigen ("Schreibarbeiten zu vergeben" oder "Schreibarbeiten von zu Hause") versuchen Sie ahnungslose Ebvay-Verkäufer als Verkaufsagenten zu gewinnen. Der Täter stellt die Artikelbeschreibung und Bilder zur Verfügung und will auch die Ware versenden. Allein die Abwicklung bei Ebay und die Entgegennahme das Kaufpreises soll der "Verkaufsagent" machen. Für sowenig Arbeit soll er dann eine dicke Provision kassieren. Und anders als bei echten Verkaufsagenten bietet der Täter keine Flohmarktware feil sondern hochwertige Unterhaltungselektronik. 500 Euro für 2 Stunden Arbeite klingen da natürlich verlockend. Nach Auktionsende soll der "Verkaufsagent" dann die eingenommenen Kundengelder an den Betrüger überweisen, vorzugsweise auf ein Konto im Ausland oder am besten per Western Union. Wenn jetzt nur noch die Ware an die Kunden versendet wird, wäre alles in Butter. 500 Euro Provision für 2 Stunden Arbeit! Allerdings kommt es anderes....

Der Betrüger setzt sich mit dem Geld ab, die angebotene Ware hat es nie gegeben. Den Ärger mit den Kunden hat der "Verkaufsagent" ganz allein.

Durch intensive Recherchen konnte ich Einblick in die Unterlagen einiger Szenemitglieder bekommen. Wobei es auch wiederum nicht allzu schwer ist, da die Betrüger, die sich in einschlägigen Foren herumtreiben, einen gewissen Hang zur Prahlerei haben. Wie dem auch sei: Es scheint auch eine weitere Variation zu geben: Hier wird wieder ein "Verkaufsagent" gesucht. Allerdings sollen die Kundengelder nicht überwiesen werden sondern gegen (vermeintliche) Übergabe der in Frage stehenden Waren ausgetauscht werden. Das Opfer glaubt so, jederzeit die Kontrolle über Ware und Geld zu haben wenngleich es doch vom Täter gesteuert wird. Der Täter braucht nur einen kleinen Transporter mieten, einige Originalverpackungen mit Steinen füllen und versiegeln und fertig ist die Neuauflage eines Klassikers, des "Rock in the Box" Tricks. Für einen schönen cellophan-verpackten Karton kassiert der Betrüger das Opfer ab. Nur wird es bei einem geköderten "Verkaufsagenten" nicht nur eine (leere) Schachtel sein, sondern vielleicht eine Palette voll.

Nach mir vorliegenden Unterlagen wurde ein "Verkaufsagent" um einen 5stelligen Betrag geprellt. Dieser wollte allerdings die doppelte Provision vom Betrüger, die er auch problemlos zugestanden bekam. Hier hätte sich das Opfer aber vielleicht auch fragen sollen: Wer zahlt mir 1.000 oder 2.000 Euro dafür, 10 Auktionen einzustellen? Nun ja, Gier frisst bekanntlich Hirn.

Vorsicht für gefälschten Zertifikaten und Idenditäten

30.10.2010

Im Zeitalter von Bildbearbeitungssoftware ist es für Betrüger ein leichtes, echt aussehende Zertifikate, Bescheinigungen oder beliebige andere den potentiellen Käufern beruhigende Dinge herzustellen. Aus meiner oben genannten Quelle bekam ich eine komplette Auktionsbeschreibung zugespielt, bei der nichts - aber gar nichts der Wahrheit entsprach. Der Auktionsgegenstand gehört jemand anderes, die Bilder dazu (eine Webseite) waren von vorn bis hinten gefälscht. Da es sich um eine Einnahmen produzierende Webseite handeln sollte, durften natürlich auch entsprechende Nachweise nicht fehlen. Alles war vorhanden - nur der tatsächliche Eigentümer ahnungslos.

Gerade bei virtuellen Gütern ist es wichtig, daß man sich über die Identität seines Verkäufers im Klaren ist. Ein Anruf beim echten Eigentümer - und man weiß Bescheid. Ausser vielleicht, man recherchiert nicht auf eigene Faust sondern benutzt ausschließlich die Informationen, die der betrügerische Ebay- oder andere Verkäufer einem liefert. Hinter einem Ebay-Namen oder einer Email-Adresse muß sich nicht unbedingt die gedachte Person befinden. Eine Email-Adresse á la "stefanie.brandenburg@hotmail.de" kann sich jeder zulegen. Um sich bei Ebay mit falschen Daten anzumelden braucht man nur die Adressdaten und das Geburtsdatum des Datenopfers.

Also, manchmal kann es Sinn machen, die Telefonnummer seines Vertragspartners im Telefonbuch nachzuschlagen. Denn eine falsche Handy-Nummer bekommt man auch in jedem Call-Shop für wenig Geld. Oder der Betrüger ersteigert sich einfach ein gebrauchtes Handy mit PrePaid Sim-Karte.

Achtung beim Verkauf von Autos über Ebay!

12.11.2010

Das folgende habe ich in einem Forum gefunden. Diese Masche ist wohl recht neu. Recherchen zufolge wird diese erst seit etwa einem Jahr angewendet.

Am 6.11.2010 habe ich einen Anruf bekommen, bei diesem Anruf war die Rufnummer unterdrückt. Angerufen wurde auf meinem Handy. Der Anrufer war sehr aufgebracht darüber, dass er den VW Golf gekauft hatte und nun der Zylinderkopf defekt sei. „Ich bring Dir das Auto zurück, ich bin in 4 Std. da, das Auto steht schon auf dem Abschleppwaren“. Er würde sich auch das Geld wieder holen. Ich habe versichert, dass ich das KFZ mit bestem Wissen und Gewissen verkauft habe, alle Angeben, welche in Ebay gemacht wurden entsprechen belegbar der Wahrheit. Ich teilte dem Anrufer mit, dass ich seit 1999 bei Ebay Mitglied bin und ich eine Zufriedenheit von 100% habe. Ferner habe er alle Rechnungen erhalten. Der Anrufer teilte mir mit, dass sein Bruder sehr „sauer“ sei und mir das Auto in jedem Fall zurück bringt, er würde das Geld auch auf jeden Fall abholen- egal wie! Ich ging zunächst von dem echten Käufer aus und versuchte auch seinen Unmut zu verstehen. Ich teilte ihm mit, dass der abgeschlossene Kaufvertrag rechtsverbindlich sei, ich ihm aber grundsätzlich entgegen kommen möchte, allerdings würde ich mir Drohungen nicht gefallen lassen. Er sagte, dass seine Mutter in Österreich im Krankenhaus liegen würde und dass er echt am Ende sei. Er hörte sich nervlich auch am Ende an. Es war eine Mischung aus Wut und Verzweiflung, immer wieder besänftigte er seinen Bruder im Hintergrund, mit „halt jetzt das Maul- ich regle das, etc... Da er mir einige Male zu verstehen gab, dass er oder sein Bruder, egal wie, das Geld schon holen und bekommen würden, habe ich sofort gesagt, dass ich mich nicht bedrohen oder einschüchtern lasse. Darauf hin entschuldigte er sich. Ich war nach einiger Zeit bereit, ihm wegen des angeblichen Schadens entgegen zu kommmen, da er sagte, ich würde dann nie mehr was von ihm hören und da er eine Mutter im Krankenhaus hat... Er wollte, da es ihn nun pressierte, wegen der Kranken Mutter, dass ich 5 x 100 € an einem Terminal an einer Tankstelle überweise. Ich müsse ihm Schwören, seinem Bruder nicht mitzuteilen, dass er nur 500 € bekommt. Der Bruder wolle nämlich min. 1000 – 2000 €. Nun sagte ich, dass ich so etwas Dubioses an einer Tankstelle nie machen würde. Dann sagte er wieder, dass er es im Guten versucht hätte, aber wenn ich nicht möchte, würde ich schon sehen...Nach einigem hin und her legte er auf. Da ich die Festnetznummer vom Ebay- Käufer über Google recherchiert hatte rief ich, nach einer „Schrecksekunde“ 3-5 min. Später an. Ich stellte ihn zur Rede und fragte warum er nun plötzlich aufgelegt hätte. Zunächst kam keine Antwort (2-3 Sek). Ich sagte, dass wir doch eben miteinander telefoniert hätten – wegen dem Golf 4 mit dem angeblichen Zylinderkopfschaden. Er sagte wegen dem Golf von gestern- ich wusste nicht was er meinte, Golf gestern? Nach 2-3 Sek nannte er meinen Namen: "bist du es?" Ich stimmte zu und erzählte von dem Anruf. Er sagte, dass der Golf läuft und keinen Schaden hätte, ich fragte ob er mich nun verarschen möchte, in der Annahme natürlich, dass der Käufer auch der Anrufer war. Er sagte nein, und fragte was denn los sei. Ich erzählte ihm die Geschichte und er wusste von nichts – keine kranke Mutter, kein defektes Fahrzeug, etc. Er meinte, dass mich ein Freund verarscht hätte, ich teilte ihm aber mit, dass ich das ausschließe. (Ich hatte in meinem Bekanntenkreis nichts von dem Verkauf erzählt) Da der Anrufer eine ähnliche Stimme hatte, war ich skeptisch. Ich bat den Käufer via Fax zu bestätigen, dass er nicht der Anrufer war und teilte ihm gleichzeitig mit dass ich in jedem Fall die Polizei einschalte und zusätzlich einen befreundeten Anwalt. Ich teilte auch mit, dass ich das Gespräch via I-Phone aufgezeichnet hätte, und auch dieses Gespräch zum Stimmenabgleich aufzeichne. Er meinte, dass sich dann ja herausstellen würde, dass er es nicht war. Ich sagte, dass sich die Stimmen ähneln. Der Käufer erhielt meine Festnetznummer und meine Faxnummer. Daraufhin faxte er mir zu, dass er nicht der Anrufer war mit dem "Schaden am Golf" und das der PKW sehr gut fährt... Ich glaubee ihm!

Als der Käufer mich zurückrufen wollte, war ich gerade im Gespräch mit der Polizeidirektion. Also schaltete sich ein Anrufbeantworter ein, der sich an einer anderen Telefonanlage befindet. Ich rief den Käufer nach meinem Telefonat mit der Polizri zurück. Der Käufer fragte nun nach einer positiven Bewertung bei Ebay, dass war ihm sehr wichtig, schließlich hätte er für mich das Fax geschrieben und ich bewertete ihn positiv.

Da ich mich nun bedroht fühlte - von wem auch immer- habe ich diese Nötigung, evtl. auch räuberische Erpressung zur Verfolgung gebracht. Laut Polizei wird versucht ein richterlichen Beschluß zu erwirken um die Rufnummer des Drohanrufers zu ermitteln und dann, dann wird richtig teuer für den unbekannten Anrufer!

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